Religion

Heute will ich mich mal dem Thema Religion widmen, denn sie spielt in Ghana eine wichtige Rolle
Fast alle Ghanaer sind sehr glaeubig, die meisten sind Christen. Haupsaechlich im Norden des Landes sind allerdings auch einige Muslime anzutreffen.
Eine erfreuliche Nachricht ist, dass in Ghana gelingt, was in anderen Regionen der Welt schier unmoeglich scheint.
Christen und Muslime leben friedlich zusammen und schlagen sich nicht auf Grund ihrer Ueberzeugungen die Koepfe ein.
Sowohl die christlichen als auch die islamischen Feiertage gelten fuer die komplette Bevoelkerung,
unter diesen Voraussetzungen faellt ein friedliches Zusammenleben natuerlich denkbar leicht.

Immer wenn ich mich mit Ghanaern ueber das Thema Religion unterhalte, ueberlege ich mir genau,
ob ich erwaehne, dass ich kein Kirchgaenger bin. Denn dann kann ich mich im jeden Fall auf
eine laengere Diskussion gefasst machen. So geschehen vor einigen Tagen. Ich war im Internetcafe,
als mich ein junger Mann ansprach. Schnell kam er auf das Thema Religion zu sprechen und vorallem auf die Zeugen Jehovas, in deren Gemeinschaft er Mitglied ist.
Lange hat er darueber Schwadroniert wie wichtig es sei, gerade als junger Mann, in den Glauben
zu investieren, spaeter wuerde sich das alles zurueck zahlen. Dabei ist es natuerlich wichtig, dass ich nicht in falsche Religionen investiere.
Diese will er mir nicht aufzaehlen, der Islam gehoert jedoch auf jeden Fall dazu und wenn ich nur lange genug die Bibel studiere werde ich sowieso zu der Erkenntnis kommen, dass die Zeugen Jehovas die einzig wahre Glaubensgemeinschaft sind.
Mit diesem Argument begegnet er jedem meiner Einwaende.
Als ob diese min. einstuendige Gehirnwaesche nicht genug waere treffe ich zu allem Uebel speater auch noch einen Pastor.
Diesmal bin ich allerdings selber Schuld, da ich beim Essen Lust auf ein kleines Schwaetzchen habe, spreche ich ihn an.
Schnell hagelt es Schellte, dass ich nicht regelmaessig in die Kirche gehe.
Als ich ihn auf die Zeugen Jehovas anspreche, weis er auch nur negatives zu berichten.
Noch schlimmer allerdings der Islam, er betet fuer alle Muslime, dass sie doch noch den richtigen Weg finden.
Auch ich bin noch nicht verloren. Wenn ich ihm ein Handy schenke, ist das zwar noch keine Garantie um in den Himmel zu kommen, allerdings begebe ich mich auf den richtigen Weg.

Oft trifft man aber auch moderatere Kirchgaenger. Fast jeden Tag schaue ich auf meinem Heimweg noch auf eine Plausch bei den Twins vorbei.
Das sind 2 unglaublich nette Zwillinge die sich jedes Mal riesig freuen, wenn ich ihnen in ihrem Laden eine Besuch abstatte.
Auch sie waren erst entsetzt, dass ich nicht in die Kirche gehe, allerdings hat sich das schnell gelegt. Seit dem beten sie Sonntags in der Kirche fuer mich mit. Perfekt!

Gestern Abend, als ich von Accra, wo ich das Wochenende verbracht habe, nach Hause komme, klopft es an meiner Tuer.
Einer der vielen Gastbrueder mit denen ich zusammen wohne fragt mich wo Malte sei. Er hat im Fernsehen einen toten Weissen gesehen und hatte befuerchtet es sei Malte.
Ich konnte ihn beruhigen, Malte war noch in Accra, ihm viel ein Stein vom Herzen, er hatte tatsaechlich das ganze Wochenende fuer Malte gebetet.
Bei so viel Beistand, kann uns hier nicht passieren!

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