Wochenende

 

Wie schon im letzten Eintrag beschrieben, habe ich mich letzten Donnerstag auf den Weg nach Takoradi gemacht. Dieses mal waehlte ich einen STC Bus.

Jeder Reisefuehrer empfiehlt diese Busse, sie sollen besonders komfortabel und sicher sein, ausserdem ist STC die einzige Gesellschaft mit geregelten Abfahrtszeiten.

 

Am STC-BBH in Kumasi treffe ich noch Zack. Wenn man vor der Busfahrt noch schnell seine Blase entleeren will, so kann man das fuer ca. 3 ct. tuen. Zack sammelt die 3ct. von mir ein und verwickelt mich sogleich in ein Gespraech. Als ich gehen muss, fragt er mich noch, ob wir jetzt Freunde seien und nach meiner Handynr. Anfangs habe ich noch versucht meine Nummer nicht herauszugeben, doch das habe ich mittlerweile aufgegeben, es ist einfach zu anstrengend sich jedesmal eine Ausrede einfallen zu lassen. Fast jeder Ghanaer fragt nach einem kurzen Gespraech nach der Handynr.

 

Johnny ist jetzt schon beinahe ein Jahr hier und sein Handy klingelt fast ununterbrochen J, dabei ist es voellig egal, ob es 5 Uhr Morgens oder mitten in der Nacht ist, da hilft nur ausschalten.

 

Auch Zack ruft mich schon nach ca. 2 Std. an und fragt, wie es mir geht und ob die Reise gut verlauft. Die Ghanaer telefonieren wirklich unglaublich gerne, es ist allerdings kein Problem wenn man nach der Frage “How are you?” und der Antwort “fine” das Gespraech beendet.   

 

Die Fahrt verlauft derweil alles Andere als entspannt. Der Bus ist zwar wirklich sehr komfortabel, allerdings (was im Reisefuehrer nicht erwaehnt wird) laufen ununterbrochen nigerianische Spielfilme mit einer unglaublichen Lautstaerke, zu allem Uebel schreien sich die Schauspieler auch noch fast ununterbrochen an. Naja, an dauerhafte penetrierung des Trommelfelds muss sich jeder Ghana-Reisender schnell gewoehnen.

 

Nach 5 Std. Fahrt komme ich in Takoradi an und treffe Johnny. Ca. 30km westlich von Takoradi liegt unser Ziel: Busua. Wir haben uns doch nicht fuer das Ghanaspirit in Butre entschieden, weil in Busua wohl mehr Los sein soll. Unterkunft haben wir dann im Alaska Beach Resort gefunden, der Name ergibt sich aus der Herkunft des Besitzers.

Fuer ca. 3euro Pro Person haben wir uns seine Rudhuette gemietet, die direkt am Strand liegt. Den Ort will ich gar nicht genauer beschreiben, weil man es sowieso nicht in Worte fassen koennte.

Wir verbringen einen ruhigen, fuer unseren Geschmack fast schon zu ruhigen, Donnerstag Abend in Busua. Morgens sind wir dann direkt ins Meer und haben uns in den Wellen ausgetobt, spaeter sind noch 2 Maedels aus Deutschland zu uns gestossen und Mike, ein Ghanaer. Mike ist super cool drauf und ich werde ihn in meinem Reisemonat auf jeden Fall besuchen.  

Leider sind wir immer noch sehr einsam und die Hoffnung auf eine ansteandige Party laesst nach. Mittlerweile haben wir allerdings schon einige lustige Zeitgenossen kennengelernt. U.a. einen Schweizer, der dem Klischee des gemuetlichen, etwas behaebigen, gerne auch mal eine Graeuterzigarette rauchendem Eidgenossen mehr als gerecht wird. Ausserdem bereitet es Johnny und mir groessten Spass mit Charlotte, der einheimischen Koechin ein wenig zu flirten. Nicht ganz uneigennuetzig allerdings, denn wie wir beide wissen, bekommt man hier eine fast doppelt so grosse Portion, wenn man sich mit dem Koch gutstellt und Charlotte kocht wirklich fabelhaft.

Der Freitag Abend verlief dann auch wieder sehr ruhig und wir hatten unsere Hoffnungen auf eine Party fuer Samstag schon aufgegeben. Weit gefehlt.

 

Als wir uns Samstag Abend nach einem wunderschoenen Tag, mit lesen, Beachvolleyball, schwimmen, etc., bei Charlotte zum Essen eingefunden haben, geht alles auf einmal sehr schnell. Ein Amerikaner fragt uns, ob wir mit nach Takoradi fahren wollen, er hat einen Bus und wuerde in der Nacht auch wieder zurueck fahren. Wir stimmen begeistert zu, denn in Takoradi soll es echte Nachtclubs geben. Kurze Zeit spaeter sitzen wir auch schon im vollgestopften Auto und fahren nach Takoradi.

Der Club ist wirklich super und durchaus mit deutschen Discos vergleichbar, es gibt gute Musik und eine imposante Lichtanlage. Allerdings wird diese kaum genutzt und es ist oft beinahe stockdunkel, ob der Betreiber einfach nur stromsparen will, oder bei der Paerchenbildung etwas nachhelfen will, ist mir nicht klar, allerdings hat letzteres einwandfrei funktioniert.

 

Gegen 5 Uhr Morgens machen wir uns dann auf den Heimweg. Doch wie wir schnell feststellen muessen ist mit dem Auto was nicht in Ordnung, die Schalltung funktioniert nicht.

Wie es der Zufall will, haben wir mit Gero einen deutschen KFZ-Mechaniker an Bord, der die Kiste kurzerhand reperiert und wir kommen sicher wieder in Busua an.

 

Ungluecklicherweise gab es in unserer Huette keine Moskitonezte und so kommt es, dass ich min. 50 Stiche an meinem Koerper zaehle. Die Inkubationszeit fuer Malaria betreagt ca. 1 Woche, mir bleiben also noch ein paar Tage ;-) .

 

Ich koennte noch so viel schreiben ueber unzaehlige Begegnungen mit allen lieben Menschen aus meiner Nachbarschaft usw., doch fuer Heute soll es erstmal genug sein.

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