Freitag

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, warum isst er auch noch Reis zum Fruehstueck!? Das liegt ganz einfach an mangelnden Alternativen.

Entweder esse ich Egg and Bread (Spiegelei auf Labberbrot), Haferbrei oder eben Reis.

Wie ihr seht, beschaeftigt mich das Thema essen sehr, es gibt jedoch immer wieder Lichtblicke. Heute Abend werden wir zu einem super Italiener gehen, dessen Pizza mit europaischen oder gar italienischen Standarts gut mithalten kann. Da kommt Freude auf!

Nun zu den Ghanaern und den taeglichen Begegnungen mit ihnen. Nach fast einem Monat in Ghana wage ich eine erste Chakterisierung seiner Einwohner.

Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass die Ghanaer, das froehlichste, aufgeschlossenste, Gastfreundlichste und hilfbereiteste Volk sind, dass ich auf meinen Reisen bisher kennenlernen durfte. Fremdenfeindlichkeit ist mir bisher noch nicht ein einziges Mal begegent. Ganz im Gegenteil, egal wo ich hingehe rufen die Menschen “Obruni, Obruni, how are you?”, “Akwaaba (Willkommen) to Ghana”, kleine Kinder kommen angerannt und geben mir die Hand, aeltere Menschen stellen sich vor und wuenschen eine guten Tag usw.

Man koennte vielleicht meinen, dass das mit der Zeit auch nervig sein kann. Dazu sollte gesagt sein, dass das alles auf eine sehr angenehme, nicht aufdringliche Art geschieht. Auch wenn man nach Hilfe fragt, wird bereitwillig geholfen und dafuer in der Regel keinerlei Gegenleistung erwartet, was ich z.B. in Aegypten ganz anders erlebt habe. Wenn man eine gewisse Offenheit an den Tag legt und sich nicht daran stoert staendig stehen zu bleiben um ein wenig Smalltalk zu pflegen, wird mit vielen lustigen Situationen belohnt, die fast immer fuer gute Laune sorgen. Hier ein Beispiel.

Neulich bin ich an einer Strasse gelaufen, 2 Damen reifen Allters kommen mir entgegen. Sie kichern wie Teenager stellen alle moeglichen Fragen, die eine sagt “I love you”, was fuer lautes Gelaechter von uns allen sorgt. Ich frage sie ob sie sicher ist, weil sie mich doch noch gar nicht kennt und ob sie nicht einen Mann hat. Ja sie ist sich sicher, es gibt einen Mann, aber der ist nicht da. Wir wuenschen uns einen guten Tag und gehen unserer Wege, sie lachen, ich lache.

Bei all diesen positiven Dingen sollte nicht verschwiegen werden, dass ich Gestern fast Opfer eines Taschendiebstahls wurde. In den Abendstunden sind alle Tro-Tros aus der Stadt sehr voll und die Plaetze begehrt. Wer sich beim einsteigen durchsetzt bekommt einen Platz, wer zu zaghaft ist muss warten, oder ein Taxi nehmen. Survival of the fittest. Das sorgt natuerlich fuer einiges Gedraenge. Als ich grad am Einsteigen bin, merke ich wie jemand in meine Tasche greift und mein Handy klaut.

Ich greife sofort seine Hand, nehme das Handy beschimpfe ihn und Schucke ihn weg. Keine Ahnung, ob ich mich richtig verhalten habe. Der Grund fuer mein verhalten ist folgender. Beim Einfuerhrungstag hat mir Douglas gesagt, dass Selbstjustiz in Ghana immer noch ein grosses Problem ist. Wenn ich also auf einen Taschendieb zeige und laut “Dieb” rufe, kann es durchaus sein, dass die umstehen Menschen, sich den Gauner vorknuepfen und sein Schicksal besiegeln. Dass ihm wirklich an Ort und Stelle der Garaus gemacht wird, kann ich mir wirklich kaum vorstellen, aber das waren Douglas Worte und er hat es wohl auch schon selbst erlebt.

Wenn ich den Dieb aber selber “bestrafe”, sehen die Anderen, dass ich mich wehren kann und lassen ihn ziehen.

 

Das wars, ich geh jetzt Pizza essen. Beste Gruesse nach Deutschland!

Eine Antwort zu „Freitag“

  1. kili sagt:

    geiler blog rouven
    hau weiter rein!!

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