Hinter mir liegt ein ereingnisreiches Wochenende in Cape Coast das nur mit einem Wort zutreffend beschrieben werden kann: traumhaft.
Doch erstmal schildere ich den Donnerstag. An besagtem Tag haben Malte und ich Jens besucht. Jens kommt aus dem Odenwald und ist fuer ein ganzes Jahr in Ghana, allerdings ist er nur noch 2 Monate da. Er arbeitet in einer christlichen Ordensgemeinschaft, zu der eine Schule gehoert. Wir wurden zum Abendessen eingeladen und Jens hat uns danach die ganze Anlage gezeigt, speater haben wir uns noch ein paar Bier gegoennt und mit einem irischen Priester geredet, sehr schoen wenn man mal wieder astreines Englisch zu hoeren bekommt. Es war ein super Abend bei Jens und ich denke wir werden ihn noch oefter treffen.
Am Freitag habe ich dann um 12 Uhr den Kindergarten verlassen und habe mich auf den Weg nach Kumasi gemacht. Dort habe ich Malte getroffen und wir sind zur Station nach Cape Coast gelaufen.
Es gibt verschiedene moeglichkeiten in Ghana laengere Strecken zu bewaeltigen. Wir waehlten die Luxusvariente, in der Hoffnung wir wuerden Zeit sparen.
Fuer ca. 6 Euro sind wir mit ca. 10 Anderen in einem groesseren modernen Ford die ca. 200km nach Cape Coast gefahren. Gedauert hat das ca. 4 Stunden, die erhoffte Zeitersparnis blieb aus.
Johnny wohnt etwas auserhalb Cape Coasts in einem kleinem Dorf. Er arbeitet dort in einer Einrichtung fuer Schwererziehbare als Gaertner.
Als wir ankamen war es schon stockdunkel, jedoch erst 20 Uhr. Johnny hatte schon eingekauft und wir haben uns ueber einen laengeren Feldweg zu seinem Projekt aufgemacht. Die Luft wimmelte von Gluehwuermchen und zusammen mit dem Zierpen der Insekten sorgte das fuer eine ausergewoehnliche Atmosphaere. Als wir schliesslich ankamen machten wir uns ans Kochen, das absolut Beste an Johnnys Einrichtung ist naemlich die tolle Kueche.
Meine Vorfreude auf das Essen stieg ins Unermessliche als Johnny die Zutaten ausgepackt hatte. Ein frischer Salat, Tomaten, Paprika, Auberginen, Spaghetti usw.
Das Essen war einfach ein Traum. Ich freue mich schon jetzt unglaublich auf die frischen Salate in Deutschland.
Nach dem Essen sassen wir noch lange zusammen und haben in Erinnerungen an die Schulzeit geschwelgt. Gegen 2 Uhr sind wir dann ins Bett gefallen. Der arme Johnny wohnt direkt neben einer Mosche.
An sich bin ich selbstverstaendlich ein anhaenger der Religionsfreiheit und will den Islam hier jetzt auch nicht kritisieren, aber es geht einfach tierisch auf die Nerven, wenn um 4 Uhr Morgens ein Imam Koranverse in ein Micro plaert und dank neu angeschaften Hochleistungslautsprechern die ganze Nachbarschaft unterhaelt.
Man muss dazu sagen, dass im Sueden Ghanas die Moslems eine klare Minderheit darstellen, der Norden Ghanas ist eher muslimisch gepraegt. Naja, auch diese Attacke auf unser Trommelfell ging vorueber und vor uns lag ein wunderbarer Tag.
Zusammen mit ein Paar anderen Freiwilligen machten wir uns auf den weg zum Strand.
Dort angekommen liefen wir noch ein gutes Stueck, vorbei an Fischerdoerfern und Palmenwaeldern, bis wir schliesslich eine perfekte Stelle fanden. Wir waren voellig alleine unter Palmen an einem wunderschoenem Strand. Das Meer hatte genau die richtige Temperatur und wir schmissen uns in die teilweise bestimmt 2 Meter hohen Wellen. Ein wahnsinns Spass, nicht selten wurde ich von den Wellen unter Wasser gedrueckt und voellig verwirbelt, da sich das aber alles noch in relative flachem Wasser abspielte und weit und breit keine Steine waren, war es ungefaehrlich.
Speater kam noch ein Ghanaer vorbei, der fuer uns auf eine Palme geklettert ist und uns min. 10 Kokusnuesse von der Palme geschuettelt hat. Die Kokusmilch war unheimlich lecker und erfrischend.
Am Abend machten wir uns dann auf den Weg zu einer Party. Der ghanaische Mobilfunkbetreiber MTN, hatte ein riesen Fest unter freiem Himmel organisiert. Es wimmelte von jungen Menschen, wir waren allerdings die einzigen Weissen.
Die Ghanaer freuen sich einfach unglaublich, wenn auch mal Obrunis vorbeikommen, die beim Tanzen nicht aussehen wie Kartoffelsaecke und so haben wir bis spaet in die Nacht ausgelassen gefeiert.
Als wir unseren Tag beendeten, leutete der Imam voller Inbrunst einen neuen ein.
Nachmittags haben Malte und ich uns dann wieder auf den Heimweg gemacht. Diesmal haben wir einen Reisebus als Transportmittel gewaehlt. Die Busse haben keine festen Abfahrtszeiten, sondern warten so lange, bis alle Plaetze belegt sind. Wir hatten Glueck nach ca. einer halben Stunde war der Bus voll und nach dem der ganze Bus fuer eine sichere Reise gebetet hatte, ging es los. Diesmal kostete uns die Fahrt nur 2 Euro, in Zukunft werde ich fuer lange Strecken immer den Bus nehmen.
Unterwegs sind noch weitere Fahrgaeste zugestiegen, die keine Sitzplaetze mehr bekamen. Dies loeste eine Diskussion aus, an der sich fast alle Insassen des Busses beteiligten. Die Lautsaerke des Streits stand der, von der Party der vergangenen Nacht in nichts nach.
Auffaelig war, dass trotz der enormen Inbrunst, die den Streit bestimmte, keinerlei Aggressivitaet aufkam, die Ghanaer verstehen es irgendwie sich trotz anschreiens noch anzulaecheln. Ach ja, der Grund des Streites ist mir nicht so ganz klar geworden, ist aber auch nebensaechlich.
Sonntag Abend kamen wir dann zurueck zu unser Gastfamilie und haben voller Freude festgestellt, dass unsere liebe Gastmutter die Waesche fuer uns gewaschen hatte!
Ich hoffe euch geht es allen gut! Ich melde mich sobald es wieder was zu erzaehlen gibt.
Juli 9, 2008 um 8:48 pm
Man super ich freu mich immer mehr auf Tansania, toll das es dir gut geht und das du so geniale sachen sehen und erleben kannst…..;-)